Für eine Politik der Mitte in Hamburg

FDP-Chef Christian Lindner spricht im Interview mit der Hamburger Morgenpost über die Chancen der FDP in Hamburg den Turn-around zu schaffen. Er ist überzeugt, dass der Wiedereinzug der Liberalen in die Hamburger Bürgerschaft gelingen kann. Und zwar mit den Themen: Starke Bildung, starke Wirtschaft und rationale Verkehrspolitik. „Der Zeitgeist geht nach links, da sollte es eine Partei geben, die sich an der Vernunft orientiert und gegen den Strom schwimmt.“

Er nennt als ein Beispiel: „Hamburg als Stadt des Exports und der Logistik könnte enorm vom Transatlantischen Freihandelsabkommen profitieren. Jetzt müsste Olaf Scholz in seiner Partei Klartext sprechen. Man darf nicht wegen der geschürten Angst vor den Chlorhühnchen den Biss verlieren. Wir wollen diese Chance für Wachstum und Arbeitsplätze nutzen.“

Kraftvolles Signal

Mit Blick auf die Turbulenzen in den vergangenen Wochen ist Lindner gelassen: „Es hat eine Klärung gegeben, die im Ergebnis die Kampfkraft erhöht hat.“ Neben Katja Suding sei jetzt mit Magnus Graf Lambsdorff ein starker Mann mit wirtschaftlicher Kompetenz im Vorstand. „Und dass sich der große Hamburger Liberale Ingo von Münch nach Jahren der Distanz gerade jetzt wieder in der FDP einbringt, ist ein kraftvolles Signal“, erinnerte er an den Herbstempfang der Hamburger Liberalen.

Über 600 Gäste aus Politik und Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft hatten sich Mitte November im Hamburger Rathaus versammelt. Und Hamburgs ehemaliger Zweiter Bürgermeister, Kultur- und Wissenschaftssenator Prof. Dr. Ingo von Münch hatte sich erstmals seit seinem Ausscheiden aus der aktiven Politik 1991 wieder bereiterklärt, auf einer großen Veranstaltung der Liberalen zu sprechen.

Dementsprechend entspannt ist Lindner nun. Er sagt: „Ich habe keine feuchten Hände, was Hamburg angeht. Katja Suding hat schon einmal bewiesen, dass sie aus einer schwierigen Lage den Turn-around schaffen kann.“ Nicht zuletzt auch deshalb, weil Hamburg eine liberale Großstadt ist.

FDP als Garant der Weltoffenheit

Für Lindner zeichnet sich ab, dass die SPD die absolute Mehrheit verliert und die CDU nicht in Schlagdistanz zur Mehrheit ist. Er sieht die Gefahr, dass Hamburg „ins Visier rot-grüner Experimente kommen könnte, die das Wachstum und den Wohlstand dieser Stadt gefährden. Auf der anderen Seite droht, dass die alten Köpfe der Schill-Partei unter neuem Etikett diese wunderbare Weltoffenheit infrage stellen“, spielt er auf die AfD an. Für den Liberalen ist die AfD „Schill 2.0 – eine Chamäleon-Partei, die immer die passende Farbe annimmt“. Er ist überzeugt. „Mit Protest und Nostalgie machen sie keinen Staat.“

Die FDP als Garant der Weltoffenheit und der wirtschaftlichen Stärke spiele hier eine große Rolle – gerade dann, wenn es nicht nur die rot-grüne Option geben soll. „Die FDP ist die Chance auf eine Politik der Mitte in Hamburg.“

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