FDP Hamburg wirbt für die sog. Doppelresidenz

In Deutschland werden jährlich über 200.000 Kinder durch Trennung und Scheidung von einem Elternteil getrennt. Aus der Trennung resultierende Konflikte führen oftmals dazu, dass Kinder den Kontakt zu einem Elternteil – nicht immer, aber in der überwiegenden Mehrzahl, zum Vater – vollständig verlieren.

Der familienpolitische Sprecher der FDP Hamburg, Roberto Lehmann, nimmt den internationalen Vatertag am 19. Juni 2016 zum Anlass für das Modell der sog. Doppelresidenz zu werben.

„Die FDP Hamburg setzt sich seit Jahren und im Einklang mit der Entschließung 2079 der parl. Versammlung des Europarats aus dem Jahr 2015 für das Recht der Kinder auf Betreuung durch beide Eltern ein“, erklärt Lehmann. „Wir fordern, dass im Streitfalle die beteiligten Professionen die sog. Doppelresidenz bevorzugt prüfen müssen, da diese den Interessen der betroffenen Kindern in Übereinstimmung mit dem Stand der Wissenschaft am ehesten gerecht wird.“ Die Politik des rot-grünen Senates kranke an vollständiger Unkenntnis über diese Zusammenhänge, wie Anfragen der Bürgerschaftsfraktion mehrfach unter Beweis gestellt hätten.

Die Hamburger Praxis, ein Ausschuss, in dem die beteiligten Professionen in Hamburg sich regelmäßig austauschen, hat gerade erst begonnen, die Betreuungsregel durch beide Eltern aufzugreifen, nachdem diese Regelung in einigen Nachbarländern wie z.B. Belgien längst der gesetzliche Regelfall ist. „Diese Entwicklung müsse auch in Hamburg gefördert werden“, stellt Roberto Lehmann klar. Entsprechende Konflikte kämen in Deutschland leider mehr als 50.000 Mal im Jahr vor.

Der internationale Vatertag wird in über 60 Ländern der Welt am 3. Sonntag im Juni gefeiert. Geehrt werden an diesem Tage alle Väter, Großväter, Ur-Großväter und väterliche Freunde für ihren Beitrag zur Familie im Allgemeinen und zur Entwicklung und Erziehung ihrer Kinder und Kindeskinder im Speziellen.

4 Gedanken zu „FDP Hamburg wirbt für die sog. Doppelresidenz

  1. Doppelresidenzmodel…es wird zeit! Die betroffenen Kinder können nicht langwierige Studien abwarten. Unmöglich, dass Parteien wie Spd oder Grünen es die Jahre verschlafen haben. Ich habe die damals immer gewählt. Habe, da ich ja noch verheiratet war als moderner Vater, der sich ebenso um die Kinder kümmert wie die Mutter, nie ein Gedanken an Doppelresidenz gehabt. Nach der Trennung stehe ich nun Gesetzen von 1938 gegenüber, bei denen die Mütter heroisch verehrt werden, bei Jugendämtern bevorzugt behandelt und bei Gericht in Fragen Kinderumgang, eh immer ihr recht bekommen. Der Staat will nach Trennung plötzlich keinen modernen Vater mehr. Er soll zahlen und die Kinder alle 14 T sehen. Alles andere muss teuer vor Gericht erstritten werden. Was daß mit den Kindern macht ,ist dann eine weitere unnötige Folge. Das Doppelresidenzmodell muss schon von Vornerein angeordnet sein. Weil es zunächst nach Trennung Normalität und kleinerer Übel für alle ist.
    Jugendämter müssen darauf drängen. Nein, aber da hab ich die Erfahrung gemacht, dass dort eher Feministen arbeiten…ebenso bei Organisationen die eng mit Jugendämtern zusammen arbeiten, wie Erziehungs und Beratungsstelle. Dort wurde sich negativ emotional gegen das Doppelresidenzmodell ausgesprochen. Das Schlimme, Streit selbst um die Kinder wird vielen Vätern negativ ausgelegt, um dann die Kinder ganz zu entziehen. Gemeinsames Sorgerecht ist ein Witz, alle Entscheidungen gegen Mutterentscheidungen, führen zum Entzug des Sorgerechts des Vaters. Ich habe nie FDP gewählt, meine Stimme haben sie in Zukunft!

  2. Liebe FDP-Hamburg,
    wie schön das dieses dringliche Problem endlich eine demokratische Partei in Deutschland aufgreift. Millionen Trennungsväter (=Wähler) werden es euch danken. Ich habe gehört, das bei eurem letzten Bundesparteitag dieser Antrag aus Zeitgründen nicht behandelt wurde, es aber dem Bundesvorstand zur schnellstmöglichen Prüfung vorgelegt wurde. Könnt ihr mir sagen, was daraus geworden ist bzw. mich auf dem Laufenden halten zu dem Thema? Denn erst wenn das Thema als Wahlkampfthema für die nächste Bundestagswahl auf Bundesebene „angekommen“ ist gibt es eine wirkliche, reele Chance, das endlich unsere Gesetze dahingehend verändert werden, daß das Wechselmodell als bevorzugte Betreuungsform auch gegen den Willen eines Elternteils eingesetzt wird. Für unsere Kinder und damit die Zukunft unseres Landes.

  3. Ich würde, wenn die FDP (auf Bundesebene!) die Doppelresidenz und die Umsetzung der Resolution zu einem ihrer Themen macht, davon ausgehen, dass sie deutlich über 5% liegen wird. Es gibt so viele Kinder und deren Väter, Tanten, Onkels, Omas, Opas die darauf wsrten, dass sich endlich jemand für sie einsetzt. Vielen Dank dafür, dass Sie sich für die gesetzlich verankerte Priorität der Doppelresidenz für Kinder von getrennt lebenden Eltern einsetzen!

  4. Ich freue mich zu lesen dass sie als freie demokratische Partei die Zeichen der Zeit erkannt haben, während sich alle andere Parteien, familienpolitisch gesehen, noch in den 60-70 Jahren befinden. Das Wechselmodell ist meiner Ansicht nach genau der richtige Weg für Kinder deren Familie auseinandergerissen wurde, denn dadurch bleibt ein intensiver Kontakt mit beiden Elternteilen und beiden Elternfamilien eher bestehen. Die Zeit mit beiden Eltern ist für Kinder sehr wichtig und beugt speziell einer Entfremdung vom anderen Elternteil vor.

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